T-06 Naturwissenschaften bei Plinius dem Älteren oder: Was eine 2000 Jahre alte Enzyklopädie uns lehrt

MMag. Dr. Sonja Martina Schreiner
Institut für Klassische Philologie, Mittel- und Neulatein
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Universität Wien

aristoteles-coolIn 37 Büchern „Naturkunde“ („Naturalis historia“) behandelt Plinius
(23/24-79 n. Chr.) das breite Spektrum der Naturwissenschaften:
Anthropologie, Astronomie, Botanik, Geologie, Geographie, Kosmologie,
Medizin, Metallurgie, Montanistik, Vulkanologie, Zoologie und eine
Vielzahl weiterer technischer und naturwissenschaftlicher Disziplinen
bespricht und exemplifiziert der bekennende „workaholic“ mit oft
erstaunlicher Präzision und immer mit Neugier und dem erklärten Willen,
sein Wissen, seine Zweifel (und manchmal – unbeabsichtigt – auch seinen
Irrglauben) mit anderen zu teilen und an die nächste(n) Generation(en)
weiterzugeben. Der katastrophale Vesuvausbruch im August 79 n. Chr.
kostete ihm das Leben – dem Forscher und Wissenschaftler, der das, was
wir heute als pyroklastischen Strom kennen, aus zu großer Nähe
betrachtete, und dem Altruisten und Flottenkommandanten, der ohne Zögern
eine großangelegte Rettungsaktion für zahlreiche Eingeschlossene
organisierte.

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